Ziele und Strategie
Der Vorstand steuert die Bereiche anhand von strategischen und operativen Vorgaben und verschiedenen finanziellen Kenngrößen. So ist im Rahmen unserer Wachstumsstrategie das organische Wachstum eine wichtige Steuerungsgröße. Darüber hinaus ist das operative Ergebnis (EBIT) ein geeigneter Parameter, um die Ertragskraft der Bereiche zu messen.
Der Vorstand geht davon aus, dass neben dem operativen Ergebnis auch die Kenngröße Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ein guter Indikator für die Fähigkeit der Bereiche ist, finanzielle Überschüsse zu erzielen und finanzielle Verpflichtungen zu bedienen. Den Beitrag unserer Bereiche zum operativen Cashflow steuern wir zudem durch die Kenngrößen Forderungslaufzeit und Vorratsreichweite.
Eine wichtige Steuerungsgröße auf Konzernebene ist ferner der Verschuldungsgrad, d. h. die Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA.
Die Kapitalbeschaffung ist eine zentrale Konzernaufgabe, die nicht dem Einfluss der Bereiche unterliegt. Daher gehen Zinsaufwendungen für die Finanzierung nicht in deren Zielgrößen ein. Das Gleiche gilt für die Steueraufwendungen.
Auf Konzernebene bewerten wir unsere Unternehmensbereiche und ihren Beitrag zur Wertentwicklung des Konzerns durch die erzielte Rendite auf das betriebsnotwendige Vermögen (ROOA) und auf das investierte Kapital (ROIC). Der ROIC beträgt im Konzern 7,3% (2007: 8,4%), der ROOA 9,8% (2007: 11,4%). Der Rückgang dieser Kennzahlen gegenüber dem Geschäftsjahr 2007 ergab sich durch die Akquisition von APP Pharmaceuticals. Für unser Geschäft erwarten wir zukünftig eine Steigerung von ROIC und ROOA.
Die nachfolgende Übersicht zeigt den ROIC und ROOA nach Unternehmensbereichen:
ROIC | ROOA | |||
| in % | 2008 | 2007 | 2008 | 2007 |
| Fresenius Medical Care | 8,6 | 8,4 | 12,3 | 12,5 |
| Fresenius Kabi** | 7,0 | 14,0 | 8,9 | 17,7 |
| Fresenius Helios | 5,9 | 5,0 | 6,3 | 5,6 |
| Fresenius Vamed* | - | - | 22,2 | 22,8 |
| Konzern | 7,3 | 8,4 | 9,8 | 11,4 |
* ROIC: Investiertes Kapital aufgrund erhaltener Anzahlungen und Kassenbestand negativ.
**2008: Pro-forma APP Pharmaceuticals und ohne Sondereinflüsse aus der Akquisition.
Strategie und Ziele
Die zentralen Elemente der Strategie und die Ziele des Fresenius-Konzerns stellen sich wie folgt dar:
- Ausbau der Marktposition: Fresenius hat das Ziel, die langfristige Zukunft des Unternehmens als einer der führenden internationalen Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für den Gesundheitssektor zu wahren und die Marktposition zu verbessern. Fresenius Medical Care ist das weltweit größte Dialyseunternehmen mit einer starken Marktposition in den USA. Perspektiven in der Dialyse bieten sich künftig sowohl im Bereich der Dialysedienstleistungen und -produkte durch die weitere internationale Expansion als auch durch den Ausbau des Bereichs der Dialysemedikamente. Fresenius Kabi ist in Europa führend in der Infusions- und Ernährungstherapie. Das Unternehmen plant, in den Wachstumsmärkten weitere Produkte seiner Palette einzuführen, um die Position zu stärken. Außerdem will das Unternehmen den Marktanteil durch die Einführung neuer Produkte im Bereich I.V. Arzneimittel und in der Medizintechnik für Infusions- und Ernährungstherapien weiter ausbauen. Mittelfristig sollen auch Produkte aus der existierenden Palette in den USA eingeführt werden, umgekehrt Produkte von APP Pharmaceuticals außerhalb der USA. Mit Fresenius Helios eröffnen sich aus einer starken Position heraus weitere Wachstumschancen im Rahmen der fortschreitenden Privatisierung im deutschen Krankenhausmarkt. Fresenius Vamed wird seine Position als Spezialist für Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen weiter stärken.
- Ausbau der weltweiten Präsenz: Neben einem nachhaltigen organischen Wachstum in den Märkten, in denen Fresenius bereits etabliert ist, verfolgen wir das Ziel, weltweit weitere Wachstumsmärkte, vor allem in Asien-Pazifik und Lateinamerika zu erschließen. In diesem Zusammenhang wollen wir uns mit unserem Markennamen, dem Produktportfolio und der bestehenden Infrastruktur auf Märkte konzentrieren, die ein attraktives Wachstumsprofil aufweisen. Fresenius plant, selektiv weitere Akquisitionen zu tätigen, um dadurch die Marktposition des Unternehmens zu verbessern und das Geschäft geografisch zu erweitern.
- Weitere Stärkung der Innovationskraft bei der Entwicklung neuer Produkte und Technologien: Fresenius hat das Ziel, die starke Position im Bereich der Technologie, die Kompetenz und Qualität in der Behandlung von Patienten und die kosteneffektiven Herstellungsprozesse weiter auszubauen. Wir sind davon überzeugt, dass wir unsere Kompetenz in Forschung und Entwicklung in operativer Hinsicht nutzen können, um solche Produkte und Systeme zu entwickeln, die sich durch eine höhere Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit auszeichnen und die den Bedürfnissen der Patienten individuell angepasst werden können. Mit noch wirksameren Produkten und Behandlungsmethoden wollen wir auch weiterhin dem Anspruch gerecht werden, Spitzenmedizin für schwer und chronisch kranke Menschen zu entwickeln und herzustellen. Das Ziel von Fresenius Helios ist es, die Gesundheitsleistungen und innovativen Therapien als Markenprodukte zu etablieren und den Wiedererkennungswert zu steigern.
- Steigerung der Ertragskraft: Es ist unser Ziel, die Ertragskraft des Konzerns weiter zu erhöhen. Auf der Kostenseite konzentrieren wir uns vor allem darauf, die Effizienz unserer Produktionsstätten zu steigern, Größeneffekte und Vertriebsstrukturen intensiver zu nutzen und grundsätzlich Kostendisziplin zu üben. Die Fokussierung auf den operativen Cashflow mit einem effizienten Working-Capital-Management soll den Spielraum von Fresenius für Investitionen erweitern und die Bilanzrelationen verbessern. Darüber hinaus ist es unser Ziel, die gewichteten Kapitalkosten zu optimieren; dazu setzen wir ganz gezielt einen ausgewogenen Mix aus Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierungen ein. Die Kennzahl Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA stieg am 31.Dezember 2008 aufgrund der Finanzierung der Akquistion von APP Pharmaceuticals auf 3,6. Im Jahr 2010 wollen wir diese Kennziffer wieder auf einen Wert zwischen 2,5 und 3,0 zurückführen.
