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Dialyse

Dialysebehandlung mit einem Dialysegerät der Serie 5008 von Fresenius Medical Care.

Weltweit leiden mehr als 3,5 Millionen Menschen unter chronischem Nierenversagen. Die Nieren dieser Patienten können die Abfallprodukte des Stoffwechsels sowie überschüssiges Wasser nicht mehr aus dem Blut filtern und über den Urin ausscheiden. Damit sich die Giftstoffe nicht im Blut ansammeln und weitere Organe schädigen, sind derzeit rund 3 Millionen Patienten auf eine regelmäßige, lebensrettende Dialyse-Therapie angewiesen. Diese Behandlung erfolgt entweder in einem Dialysezentrum oder zu Hause.

Wenn die Nieren nicht mehr funktionieren, wirkt sich das erheblich auf den Organismus aus. Oft ist die Filterfunktion der Niere gestört, so dass übermäßig viel Eiweiß mit dem Urin ausgeschieden wird. Dieses Eiweiß fehlt dann im Körper. Außerdem kommt es zu Ödemen (Wasseransammlungen) in den Beinen oder in den Lungen. In vielen Fällen werden auch zu wenige Giftstoffe ausgeschieden. Diese sammeln sich im Blut und können weitere Organe schädigen. Am Herzen kann die Vergiftung mit harnpflichtigen Stoffwechselprodukten zu schweren Rhythmusstörungen sowie zur Entzündung des Herzbeutels führen. Auch krankhafte Veränderungen am Nervensystem sind zu beobachten.

Die Zahl chronisch Nierenkranker steigt jährlich um fünf bis sieben Prozent. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Menschen zunehmend älter werden und dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Nierenerkrankung steigt. Außerdem wird die Versorgung von Nierenkranken in vielen Schwellenländern zunehmend besser. Hinzu kommt eine steigende Verbreitung von Diabetes und Bluthochdruck, den beiden Hauptursachen von chronischem Nierenversagen.

  • Mehr zur Funktion der Niere
    Was die Nieren leisten

    Die Nieren des Menschen sind kleine biologische Wunderwerke mit einer faszinierenden Bau- und Funktionsweise. Ihre Aufgaben sind lebenswichtig, weil sie am Stoffwechsel des Körpers maßgeblich beteiligt sind. Die Organe sind paarweise angelegt; jedes einzelne ist bei einem Erwachsenen etwa elf Zentimeter lang und wiegt durchschnittlich rund 160 Gramm.

     

    Nieren entwässern und entgiften den Körper

    Die Nieren bilden Urin, der über die Harnwege ausgeschieden wird. Zusammen mit diesem werden auch überschüssiges Körperwasser und viele Schlackengifte entfernt. Außerdem reguliert das Organ den Säure-Basen-Haushalt des Körpers und vermeidet so eine zu starke Übersäuerung des Blutes.

     

    Nieren steuern wichtige Körperfunktionen

    Darüber hinaus haben die Nieren eine sehr wichtige Aufgabe bei der Kontrolle des Blutdrucks. Diese erfolgt über verschiedene Botenstoffe (Hormone), die in den Nieren gebildet werden. Ein weiterer Botenstoff, das Hormon Erythropoietin, steuert die Produktion von roten Blutkörperchen im Knochenmark. Außerdem beeinflussen die Nieren den Kalziumhaushalt und spielen eine wichtige Rolle bei der Bildung von Vitamin D, das zur Stabilität des Knochenbaus beiträgt.

Dialyseverfahren

Grundsätzlich wird zwischen zwei verschiedenen Formen der Dialysebehandlung unterschieden:

  • Mit etwa 88 Prozent ist dabei die Hämodialyse die weltweit bevorzugte Therapieform. Dabei wird das Blut des Patienten in einer künstlichen Niere (Dialysator) außerhalb des Körpers gereinigt. Der Blutkreislauf wird dabei von einem Dialysegerät überwacht und gesteuert.
  • Als natürliches Filterorgan steht aber auch das Bauchfell (Peritoneum) zur Verfügung. Diese Methode wird Bauchfell- oder Peritonealdialyse genannt und wurde zum Ende des Jahres 2016 weltweit von etwa 350.000 Patienten genutzt.

Außer diesen beiden Therapieformen ist die Nierentransplantation die dritte Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit chronischem Nierenversagen. Spenderorgane stehen allerdings nur in stark begrenzter Zahl zur Verfügung. Weltweit leben mehr als 700.000 Nierenpatienten mit einer Spenderniere.

  • Hämodialyse

    Modernste Technik übernimmt wichtige Nierenfunktionen

    Die meisten Patienten mit chronischem Nierenversagen erhalten eine Hämodialyse-Behandlung, die drei- bis viermal wöchentlich entweder in einem Dialysezentrum oder zu Hause erfolgt. Bei diesem Therapieverfahren übernimmt modernste Technik wichtige Funktionen der Niere. Das Dialysegerät pumpt das Blut über ein Schlauchsystem in einen besonderen Filter, den Dialysator, der die eigentliche künstliche Niere ist. Hier wird das Blut des Patienten von Abfallprodukten des Stoffwechsels gereinigt und von überschüssigem Körperwasser befreit. Eine Dialyselösung schwemmt die unerwünschten Stoffwechselprodukte aus. Das gereinigte Blut wird dem Patienten wieder zugeführt.

    Während im Dialysator der Reinigungsvorgang abläuft, überwacht das Dialysegerät den Blutkreislauf außerhalb des Körpers, pumpt Blut und Dialyselösung über getrennte Kreisläufe in den Dialysator und kontrolliert die Zusammensetzung der Dialyselösung. Außerdem setzt es dem Blut ein gerinnungshemmendes Medikament zu. Dieses verhindert, dass sich ein Blutgerinnsel bildet. 

  • Peritonealdialyse

    Bei der Peritonealdialyse ist das Bauchfell die Dialysemembran

    Bei der Peritonealdialyse dient das eigene Bauchfell des Patienten, das Peritoneum, als Filter zur Reinigung des Bluts. Je nach Körperbau und Größe beträgt die Gesamtoberfläche des Peritoneums ein bis zwei Quadratmeter. Das Bauchfell hat ähnliche Eigenschaften wie die Membranen des Dialysators: Durch seine Poren kann es bestimmte Stoffe hindurchlassen und andere zurückhalten. Von den weltweit mehr als 3 Millionen Dialysepatienten nutzen etwa 350.000 die Peritonealdialyse.

    Durch einen operativ eingesetzten Katheter, einen kleinen Kunststoffschlauch, fließt eine sterile Flüssigkeit (Dialyselösung) in die Bauchhöhle und umspült dort mehrere Stunden lang das gut durchblutete Bauchfell (Peritoneum). Währenddessen treten die Stoffwechselabfallprodukte im Blut über Poren im Bauchfell in die Dialyselösung über. Zusätzlich zieht in der Spülflüssigkeit enthaltener Traubenzucker überschüssiges Körperwasser in die Bauchhöhle. Schließlich wird die Dialyseflüssigkeit mit den Giftstoffen und dem überschüssigen Wasser wieder über den Katheter entfernt und durch frische Dialyselösung ersetzt.

     

Dialyseprodukte

Fresenius Medical Care bietet eine vollständige Produktpalette für die Hämo- und Peritonealdialyse, um alle Aspekte der Dialysebehandlung abzudecken und den Therapieerfolg zu optimieren.

Rund die Hälfte aller jährlich weltweit verkauften Dialysegeräte und Dialysefilter stammen von Fresenius Medical Care.

  • Dialysator

    Der Dialysator übernimmt bei der Hämodialyse als künstliche Niere wichtige Funktionen des natürlichen Organs: In einem etwa 30 Zentimeter langen Kunststoffrohr fließt das Blut des Patienten durch bis zu 20.000 haarfeine Röhrchen (Kapillaren). Die Kapillaren bestehen aus Fresenius Polysulfon, einem speziellen Kunststoff, der sich durch eine besonders gute Reinigungsleistung und Blutverträglichkeit auszeichnet. Über Poren in diesen Kapillaren werden Stoffwechselgifte sowie überschüssiges Wasser aus dem Blut gefiltert und anschließend von einer Spülflüssigkeit (Dialysat) abtransportiert. Blutzellen und wichtige Proteine verbleiben dagegen im Blut. In den meisten Industrieländern werden Dialysatoren als Einmal-Produkte verwendet.

    Fast die Hälfte der jährlich weltweit verkauften künstlichen Nieren stammen aus den Entwicklungs- und Produktionsstätten von Fresenius Medical Care.

     

  • Dialysegeräte (Hämodialyse)

    Das computergesteuerte Dialysegerät ist eines der wichtigsten Produkte für die Behandlung chronisch Nierenkranker und übernimmt bei der Hämodialyse eine Reihe zentraler Funktionen: Es pumpt das Blut aus dem Körper des Patienten über ein Blutschlauchsystem in den Dialysator (künstliche Niere oder Filter). Dort nimmt eine Spülflüssigkeit (Dialysat) die aus dem Blut gefilterten Giftstoffe sowie überschüssige Wassermengen auf und transportiert sie ab. Die Zufuhr der Spülflüssigkeit zum Dialysator erfolgt im Gegenstrom über einen separaten Kreislauf, den das Dialysegerät ebenfalls steuert. Außerdem setzt das Gerät dem Blut ein Medikament (zum Beispiel Heparin) zu, das die Gerinnung hemmt. Darüber hinaus ist das System mit einer Vielzahl automatischer Überwachungs- und Steuerungsfunktionen ausgestattet, die eine sichere und effiziente Dialysebehandlung des Patienten gewährleisten.

    Mehr als die Hälfte der jährlich weltweit verkauften Dialysegeräte stammt von Fresenius Medical Care.

     

  • Produkte für die Peritonealdialyse

    Für die Peritonealdialyse stehen zwei verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung: Bei der Kontinuierlichen Ambulanten Peritonealdialyse (englisch abgekürzt CAPD) wechseln die Patienten mit Hilfe eines Beutelsystems etwa vier bis fünf Mal am Tag selbst die Dialyselösung. Bei der Automatischen Peritonealdialyse (APD) übernimmt dies ein Dialysegerät (Cycler) und ermöglicht dadurch eine Behandlung über Nacht.

    Fresenius Medical Care produziert sowohl Peritonealdialyselösungen als auch Geräte für die Automatische Peritonealdialyse, inklusive entsprechender Beutel- und Schlauchsysteme.

  • Dialysemedikamente

    Die Dialyse übernimmt die meisten wichtigen Aufgaben der Niere, kann jedoch nicht alle Funktionen des natürlichen Organs vollständig ersetzen. Deshalb müssen chronisch Nierenkranke zusätzlich Medikamente einnehmen, um etwa den Mineralhaushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten und das Entstehen einer Blutarmut (Anämie) zu verhindern. Fresenius Medical Care produziert und vertreibt ausgewählte Präparate zur Behandlung chronisch Nierenkranker und wird das Produktangebot künftig noch weiter ausbauen.

Dialysedienstleistungen

Die große Mehrheit der Hämodialyse-Patienten wird in einem der weltweit rund 38.000 Dialysezentren ambulant behandelt. Die Blutreinigung erfolgt in der Regel dreimal wöchentlich über jeweils drei bis fünf Stunden. In der dialysefreien Zeit kann der Patient seinen Alltagsbeschäftigungen weitgehend normal nachgehen.

Die Heimdialyse ist eine Alternative zur Therapie im Dialysezentrum. Während sich die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) bereits als Form der Heimdialyse fest etabliert hat, ist die Heim-Hämodialyse noch vergleichbar wenig verbreitet. Gerade berufstätigen Patienten ermöglicht die Heimdialyse ein möglichst freies Leben. Sie können ihre Behandlungstermine nach ihren beruflichen Erfordernissen und privaten Wünschen einrichten. Die Fahrt zum Dialysezentrum entfällt und bedeutet zusätzlichen Zeitgewinn.

  • Dialyse im Zentrum

    Fresenius Medical Care betreibt selbst weltweit mehr als 3.500 Dialysezentren, in denen das Unternehmen Dialysebehandlungen nach hohen Standards anbietet. Erfahrene Ärzte und gut ausgebildetes Pflegepersonal betreuen dort die Patienten. Ziel ist es, durch den Einsatz innovativer Therapiekonzepte und modernster Technologie von Fresenius Medical Care den chronisch Nierenkranken ein Höchstmaß an Lebensqualität zu sichern.

     

  • Heimdialyse

    Die Heim-Hämodialyse ist aufgrund der hohen Anforderungen nur für eine kleine Gruppe von meist deutlich jüngeren Patienten geeignet. Ältere Dialysepatienten leiden jedoch oft an weiteren Krankheiten, die eine Dialysebehandlung in den eigenen vier Wänden sehr erschweren. Darüber hinaus müssen ausreichend Platz für die Behandlung und ein Dialysehelfer zur Verfügung stehen.