Fresenius Group Overview

  • Fresenius Medical Care feiert 20-jähriges Bestehen

    Seit 20 Jahren engagiert sich Fresenius Medical Care für eine höhere Lebensqualität von Menschen mit Nierenerkankungen.

Jedes zweite weltweit gefertigte Dialysegerät kommt von Fresenius Medical Care. 2012 produziert das Unternehmen im Werk in Schweinfurt, dem größten Entwicklungs- und Produktionsstandort, das 500.000. Dialysegerät.

Fresenius Medical Care hat sich dem Ziel verschrieben, die Lebensqualität von Menschen mit Nierenerkrankungen zu verbessern. Das Streben nach Fortschritt in der Dialysebehandlung und die Versorgung der Patienten mit den bestmöglichen Dialyseprodukten und -services war in den vergangenen 20 Jahren stets die treibende Kraft bei allen Aktivitäten – und sie ist es auch heute noch. So hat es Fresenius Medical Care geschafft, zum Technologie- und Marktführer bei der Dialyse zu werden. Seit einiger Zeit investiert das Unternehmen zudem in dialyseangrenzende Bereiche und baut sein Know-how auch auf diesem Gebiet noch weiter aus.

Fresenius Medical Care ist seit der Gründung 1996 kontinuierlich an der Herausforderung gewachsen, Patienten zu helfen. Das belegen die folgenden Zahlen: Die Produktion von Dialysegeräten hat sich verzehnfacht, das Konzernergebnis ist um mehr als das elffache gestiegen und der Umsatz hat sich nahezu verzwölffacht. Fresenius Medical Care betreibt aktuell rund 3.500 Dialysezentren in über 45 Ländern und behandelt insgesamt 300.000 Patienten. Alle 0,7 Sekunden führt das Unternehmen irgendwo in der Welt eine Dialysebehandlung durch. Möglich ist all das nur dank der mehr als 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen, die diese Entwicklung mutig und tatkräftig vorantreiben.

In der Frankfurter Börse läutet CEO Rice Powell anlässlich des 20. Börsenjubiläums im Oktober 2016 den Handelstag ein - und das dritte Jahrzehnt von Fresenius Medical Care.

Mut und Tatkraft waren auch im Jahr 1996 gefragt, als der damalige CEO der Fresenius AG, Gerd Krick, die Idee hatte, den weitaus größeren US Dialysespezialisten National Medical Care zu übernehmen. Dank seines technischen Gespürs, seiner kaufmännischen Weitsicht und seines strategischen Geschicks gewann er für sein Vorhaben rasch Verbündete. Gemeinsam mit dem späteren Vorstandsvorsitzenden von Fresenius Medical Care, Dr. Ben Lipps, gelang schließlich der Coup: Die Übernahme konnte abgeschlossen werden. Fresenius Medical Care war geboren.

Erwin Franiek, heute Leiter der Qualitätskontrolle des Dialysatorenwerks in St. Wendel und seit 36 Jahren im Unternehmen, erinnert sich gut an die Übernahme: „In dieser Zeit hatten wir öfter Besucher im Werk: Mal waren Bankenvertreter da, mal eine US-Delegation. Alle wollten sich ein Bild von unserer Arbeit und dem Standort machen. Tatsächlich sind wir damals schon Technologieführer gewesen.“ Etwa mit Schlüsseltechnologien wie dem 1983 eingeführten Polysulfon-Filter, der bis heute Industriestandard ist. Oder das Feintuning der wichtigsten Bestandteile eines Dialysesystems: Blutfilter (Dialysator), Pumpe und Bilanzkammer. Ein harmonisches Zusammenspiel dieser drei Bausteine ist entscheidend, denn der Kreislauf des Patienten muss während der vergleichsweise raschen Blutentnahme stabil bleiben.

„Die erfolgreiche parallele Weiterentwicklung dieser zentralen Komponenten hat uns letztlich die endgültige Technologieführerschaft beschert“, erinnert sich Reiner Spickermann, im Werk Schweinfurt seit 20 Jahren verantwortlich für die Entwicklung von Hämodialyse-Geräten. Die Belohnung folgte im Jahr 1992 – mit der Markteinführung der neuen 4008-Familie. „Wir waren alle unglaublich euphorisch, als wie das System der Öffentlichkeit vorstellten“, so Spickermann. Weitere Meilensteine waren dann die Markteinführung des 5008-Therapiesystems im Jahr 2005 und der vor kurzem erfolgte Launch des 6008-Systems.

2007 produzierte Fresenius Medical Care den fünfhundertmillionsten Dialysator und erreichte sechs Jahre später die Milliardengrenze.

Die kontinuierliche Verbesserung der Dialysegeräte ebnete letztlich den Weg zur Marktführerschaft. Bereits im Jahr 1999 lief in Schweinfurt die 100.000. Dialysemaschine vom Band. Vier Jahre später versorgte Fresenius Medical Care weltweit schon damals mehr als 100.000 Patienten und die jährliche Produktion von Dialysatoren überschritt die 50-Millionen-Marke. 2007 produzierte das Unternehmen den fünfhundertmillionsten Dialysator und erreichte sechs Jahre später die Milliardengrenze.

Was Fresenius Medical Care vor allem prägt, ist Kontinuität. Das gilt für das Unternehmenswachstum wie auch für die immerwährenden Verbesserungen an der Maschine selbst. Sie besteht aus rund 8.000 Bauelementen, die zum Teil aus ganz speziellen Werkstoffen gefertigt sind und über besondere Eigenschaften verfügen: So müssen sie zum Beispiel biokompatibel sein, das heißt, die Bauelemente dürfen keinerlei Fremdstoffe ans Blut abgeben. Und sie müssen robust gegen hohe Temperaturen, Säuren und Basen sein. Schlüsselbauteile sind zudem die Ventile, die absolut präzise und zuverlässig arbeiten müssen. Und das über den langen Zeitraum von rund 5.000 Betriebsstunden pro Jahr bei einer durchschnittlichen Laufzeit von zehn bis zwölf Jahren.

Reiner Spickermann im Werk Schweinfurt. Seit 20 Jahren verantwortet er dort die Entwicklung von Hämodialysegeräten.

„Wichtig ist auch, dass die einzelnen Bauteile wie Rädchen in einem Uhrwerk ineinandergreifen, damit die Blutparameter wie Temperatur und pH-Wert sowie der Kreislauf des Patienten stabil bleiben“, betont Spickermann. Die Zusammensetzung des Blutes dürfe nicht zu schnell verändert werden; zudem sei eine Gerinnung des Blutes zu verhindern. „Dass wir diese komplexe Aufgabe beherrschen, zeichnet uns aus“, sagt Spickermann.

Weil Qualität einen so hohen Stellenwert hat, haben wir uns von Anfang an als vertikal integriertes Unternehmen aufgestellt. So behalten wir die komplette Wertschöpfungskette in unserer Hand: die Produktion der Membran und der kompletten Maschine, aber auch die Entwicklung der Software und alle Leistungen rund um die Dialyseanwendung sowie begleitende Therapien. Die vertikale Integration hat noch einen weiteren Vorteil: Auf diese Weise bündeln wir das komplette Wissen im Haus. Darüber hinaus erhalten unsere Entwickler im täglichen Miteinander von Patienten und Experten wertvolle Hinweise und Tipps.

2016 stellte das Unternehmen die neuste Entwicklung im Bereich der Dialysegeräte vor - das 6008 CAREsystem.

In der Tat kommen die entscheidenden Impulse für Verbesserungen von den Ärzten und Patienten. Von ihnen wollen wir deshalb künftig noch intensiver lernen. Aus diesem Grund sind wir bereits in den 1990er-Jahren ins Klinik- und Dienstleistungsgeschäft eingestiegen und haben dieses in späteren Jahren sukzessive ausgebaut. Beispiele hierfür sind etwa die Übernahme der Renal Care Group, Inc., im Jahr 2005, die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent am taiwanesischen Dialysedienstleister Jiate Excelsior Ltd. im Jahr 2007, die Übernahme der Asia Renal Care Ltd. im Jahr 2010 sowie die Übernahme von Euromedic im Jahr 2011 und der amerikanischen Liberty Dialysis Holdings Inc. im darauffolgenden Jahr.

„Wenn es um die Gesundheit und Sicherheit der Patienten geht, können wir keine Kompromisse machen.“ (Erwin Franiek, Sankt Wendel)

„Trotz aller Anstrengungen und ständiger Verbesserungen stoßen auch wir an gewisse Grenzen“, so Professor Bernard Canaud, Chief Medical Officer für die Region Europa, Naher Osten und Afrika. „Die Dialyse bewahrt nierenkranke Menschen vor dem sicheren Tod und hat in den vergangenen 50 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Aber es ist eine Herkulesaufgabe, die Niere in ihrer Funktion eins zu eins nachzuahmen. Dabei setzt uns nicht die Wirksamkeit der Methode Grenzen, sondern die zeitliche Limitierung der Dialysetherapie.“

Gesichter von Fresenius Medical Care: Fotowand im Atrium der Konzernzentrale in Bad Homburg, ein Highlight der Ausstellung anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Unternehmens.

Die menschlichen Nieren reinigen 1.500 Liter Blut am Tag. Ein Dialysegerät reinigt aber nur 120 Liter innerhalb einer vierstündigen Behandlung, und das dreimal die Woche. Angesichts dessen sowie der Tatsache, dass die Zahl der Nierenkranken in unserer alternden Gesellschaft weiter steigen wird, fordert Prof. Dr. Bernard Canaud, neben der Dialyse auch andere Therapieansätze zu erwägen: „Wir müssen den Patienten in seiner gesamten Lebenssituation betrachten und jede Möglichkeit nutzen, die ihm ein Mehr an Lebensqualität bringt.“ Dazu gehöre auch, Parameter und Symptome, die zu Nierenkrankheiten führen, früher zu erkennen und vorzubeugen.

Der Schlüssel dazu liegt in der bestmöglichen Patientenversorgung und im Verstehen detaillierter medizinischer Zusammenhänge. Fresenius Medical wird deshalb seine medizinische Kompetenz weiter stärken und vermehrt in medizinische Leistungen investieren, die an die Dialyse angrenzen. In diesem Bereich, dem Versorgungsmanagement, hat das Unternehmen bereits einen Umsatzanteil von elf Prozent in seinem wichtigsten Markt, den USA, Tendenz steigend.

CEO Rice Powell verbindet den Ausbau des Bereichs Versorgungsmanagement mit wichtigen strategischen Zielen: „Aufgrund unseres Wissens in der Dialyse und den Geschäftsfeldern im Versorgungsmanagement haben wir die Möglichkeit, Veränderungen im Gesundheitsmarkt aktiv mitzugestalten.“ So bietet sich uns die Chance, eine ganzheitliche Behandlung unserer Patienten in den Fokus zu rücken – und damit den Grundstein für weiteres Wachstum zu legen.


    Unternehmensfilm zum 20-jährigen Bestehen von Fresenius Medical Care.