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  • Paul – Therapeut auf vier Pfoten

    Treue Augen, weiches Fell und eine feuchte Nase: Therapiehund Paul ist der erste tierische Mitarbeiter im Krankenhaus von Fresenius Helios in Hildesheim.

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  • Paul – Therapeut auf vier Pfoten

Hunde wirken sich nachweislich positiv auf die Gefühlswelt von Menschen aus – sie sind unvoreingenommene, bedingungslose und wertungsfreie Wegbegleiter.

Seit kurzem bringt Paul, ein zweieinhalbjähriger Golden Retriever-Rüde, Abwechslung in den Alltag des Helios Klinikums Hildesheim: Zusammen mit Simone Siemke, Pauls Besitzerin und Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, ist der Vierbeiner in der tiergestützten medizinischen Behandlung im Einsatz. Zwei- bis dreimal wöchentlich besucht das Zweier-Team die Patientinnen und Patienten in der Geriatrie, in der Kinderpsychosomatik oder auf der Palliativstation des Helios Klinikums, um deren medizinische Behandlung zu unterstützen.

„Auf der Kinderstation können die kleinen Patienten dem Vierbeiner etwa Kommandos geben, ihm Tricks beibringen oder ihn belohnen. Einige der Kinder besitzen ein geringeres Selbstbewusstsein – im Umgang mit dem Hund vergessen sie jedoch alles um sich herum und gehen aus sich heraus“, so Besitzerin Simone Siemke. Auch kognitive und motorische Übungen für ältere oder demente Menschen hat Paul in seiner Ausbildung erlernt und bereits erfolgreich an Patienten in der Geriatrie angewendet. 

Therapiehunde werden nach strengen Kriterien ausgewählt und ausgebildet.

Hunde wirken sich nachweislich positiv auf die Gefühlswelt von Menschen aus – sie sind unvoreingenommene, bedingungslose und wertungsfreie Wegbegleiter. Erkrankte Menschen können speziell im Umgang mit einem geschulten Therapiehund Gefühle wie Glück, Zuneigung und Verantwortung für sich wiederentdecken. Sie überwinden Ängste und steigern ihre kognitiven Fähigkeiten. Ob bei körperlichen oder psychischen Erkrankungen – die Krankheitsbilder, bei denen die tiergestützte Therapie anwendbar ist, sind vielfältig. Voraussetzung ist immer, dass der Patient nicht ängstlich oder allergisch auf Hunde reagiert und sich vorher mit dem Besuch eines Therapiehundes einverstanden erklärt hat.

Pauls bisher schwerster Job? „Ganz am Anfang bat eine Patientin der Palliativstation darum, noch einmal einen Hund streicheln zu dürfen“, so Simone Siemke. „Hier war nicht, wie sonst oft, Pauls Mobilität, sondern sein ruhiges Gemüt gefragt. Und so lag er dann eine halbe Stunde ruhig bei der Patientin im Bett und ließ sich streicheln. Im Zimmer war es sehr warm. Das auszuhalten, war für ihn die größte Herausforderung, die er aber gut gemeistert hat.“

Der Klinikalltag ist für Paul also nicht nur Spaß, sondern auch eine anstrengende Aufgabe – sowohl körperlich als auch emotional. Er hat deswegen wie andere Mitarbeiter auch, einen Arbeitsvertrag, in dem klar geregelt ist, wie lange und wie oft er arbeiten muss - und wann er einfach nur ‚Hund‘ sein darf. In seiner freien Zeit genießt er denn auch sein Hundeleben in vollen Zügen – vor allem bei langen Spaziergängen mit Frauchen oder beim Spielen und Toben mit seinen Artgenossen.

Therapiehunde werden nach strengen Kriterien ausgewählt und ausgebildet. „Generell ist jede Rasse dafür geeignet. Wichtig ist nur, dass kein Aggressionspotential vorliegt und Herrchen und Hund einander vertrauen können“, so Siemke. Auch Paul und Simone Siemke haben eine 20-monatige Ausbildung absolviert, die praktische und theoretische Grundlagen für Hund und Halter umfasste. Dabei wurden auch die wichtigsten Eigenschaften des Vierbeiners getestet und trainiert. Dazu zählen unter anderem die Stressresistenz, der Grundgehorsam oder die Geduld des Hundes.
 

Für gewöhnlich sind Therapiehunde eher in Schulen, Kindergärten, Jugendzentren, psychologischen Einrichtungen oder auch in Justizvollzugsanstalten anzutreffen. In Krankenhäusern gibt es deutschlandweit bisher nur sehr wenige Therapiehunde. In Hildesheim und Umgebung ist Paul der Erste. Aus hygienischen Gründen ist das Mitführen von Tieren in Krankenhäusern grundsätzlich nicht erlaubt. Der Aufenthalt von Paul stellt eine absolute Ausnahme dar und ist nur unter strengsten Hygieneauflagen und der Einhaltung einer klar geregelten Wegeführung möglich. Das heißt, dass Paul innerhalb der Klinik nur bestimmte Wege - wie etwa Treppen oder Flure - benutzen darf, die im Nachgang gereinigt werden. Paul muss zudem ein tierärztliches Gesundheitsattest vorweisen sowie regelmäßig geimpft, entwurmt, gebadet und gebürstet werden. Vor und nach jedem Kontakt mit dem Hund werden Hände und Flächen zum Schutz von Mensch und Hund zudem gründlich desinfiziert.